Und es ist so, dass ihr mich nicht wertschätzen konntet.
Die neue Mutter. Die richtige Mutter. Die haltende Mutter. So viele Momente war ich ganz zerklüftet und aufgeschoben.
Und es ist so, dass ihr mich nicht wertschätzen konntet.
Die neue Mutter. Die richtige Mutter. Die haltende Mutter. So viele Momente war ich ganz zerklüftet und aufgeschoben.
So lange dachte ich, ich müsste mich nur meiner verdrängten Angst stellen, meine Werke zu zeigen, und dann würde das Leben schon losrutschen wie eine Lawine oder eine Rohrverstopfung. Jetzt denke ich anders. Was ich tue, ist wirklich von innen heraus ganz inkompatibel.
Sie wollen sich nicht einlassen aus nachvollziehbaren Gründen. Ich will dennoch oder gerade deswegen bei ihnen bleiben.
Wirklich schätzen wir die Menschen nur in ihrem Tod.
Es steht ganz im Zentrum des Lebens, gefühlvoll das Richtige vom Falschen zu scheiden.
Es ist klar, dass wenn man von einem solch jungen Alter an auf das Aussehen hin abgeklopft wird, in diesen Kategorien zu denken und andere danach zu beurteilen.
Das Leben entfaltet sich doch anhand einer Selbstkonzeption.
Wie verhält sich fliegende Musik zum wirklichen Leben.
Die Menschen geben mir Geld, freiwillig oder unfreiwillig. Und sind zornig mit mir, wollen was sehen. Sind an Abmachungen interessiert.
Dem Wünschen um eine berufliche Stelle steht mein künstlerisches Schaffen entgegen.
Sie war einer der wenigen Menschen, zu dem ich und mit dem ich einfach wollte. Ich wollte einfach. Und dieses wollende Verlangen auch ganz in Ehrfurcht meiner woher auch immer stammenden Überlebenskämpfe erzwingt eine Ernsthaftigkeit, die jeden denkwürdigen Gedanken erwirkt, ihn begreifbar im Auge des Lebens macht, und ihn in Erinnerung unserer gewesenen und immer seienden Liebe aufscheinen lässt.
Das Leben ist die Ernsthaftigkeit, leben zu wollen. Und auch das Lachen und der Humor können diese Ernsthaftigkeit ausdrücken, wenn es sie grund des Wunsches gibt, leben zu wollen. Es ist nun darum, in dieser alles entscheidenden Ernsthaftigkeit auch für die Gesellschaft ein sprechender Mund und tastbarer Körper zu werden.
Man wird dumm ohne Institution. Und man wird schlauer, spricht man durch sie.
Sie bräuchte jemanden, der ganz lieb und schweigend ist wie sie selbst. Der mit ihr verstummt und das Hallen der Lautlosigkeit mit ihr als Leben versteht.
Mein Zirkel kann nur durchbrochen werden, wenn ich von meiner Kunst leben kann.
Man muss ja schon belastbare Ideen ins Leben einführen.
Eine Idee der letzten Zeit war, mir von der Wirklichkeit meine Linienführung diktieren zu lassen. Doch jetzt fragte ich mich, inwieweit es daran ist, die Linien zu editieren, auszuwählen, selektieren, neu zu kombinieren.
Man nimmt das chaotische und in seiner Komplexität nicht entwirrbare Knäuel des Wirklichen, fasst es in einem verstehbaren Bild, um in dieser geteilten Wahrnehmung Liebe zu finden.
Das Zusammensein charakterisiert sich einzig durch gleichmutende Kräfte. Also mit welchen Menschen kann ich ein ähnliches Spiel der Abfassung und Wiederzeigung des Realen abhalten.
Ist das auch so mit Sex? Eine Sexwirklichkeit?
Wenn ich einen Raum doch hasse, oder eine Welt, aus welchen Gründen auch immer, berechtigt oder nicht, wie sollten dann Menschen, die für diese Räume wesentlich sind, ihr Seelenblut aus ihnen ziehen, geeignet sein, um auf einer substantiellen Ebene mit mir zu verkehren?
Niemand kann etwas dafür. Nicht ich, der diesen Weg beschreitet, und nicht jene, die ihn unmöglich machen.
Ich werde ihre Kälte niemals ergründen. Nicht mehr in diesem Leben. Sie ist ein Mensch, der in bestimmten Bereichen irgendwie wegschaltet, umschaltet, ausschaltet.
Wenn der Vorhang fällt, fällt er geschwind, mit aller Macht. Doch vor allem fällt er.
Hier im Café, verzurrt mit Beschäftigkeit der Laptoparbeit um mich und der kollektiven Anstrengung um ein funktionierendes Leben, spüre ich die Melancholie nicht mehr.
Wird hier nur vorgegeben, ein Leben zum Funktionieren zu bringen oder funktioniert es wirklich?
Dieser Ort ist ein Knotenpunkt des Geldes. Die Menschen mögen nicht real sein, wie sie es hier sind. Doch solange sie hier sind, und sich an ihre Laptops klammern, sind sie es.
Das Leben, wie ich es fürchte, zerschießt immer wieder eine momentär für wahr geglaubte Sicherheit. Und in diesem agonalen Fürchten richte ich mein gänzliches Liebesvermögen auf die weich-blutpumpenden Körper.
Meine Realität ist Bürgergeld.
Auf dem Weg hierher dachte ich: Werde ich nun jede Furcht wieder in der Arbeit ersticken? So wie ich großwuchs. Und wie die Welt
es von mir verlangt.
I was in a 10 year slumber. 10 years without tracks.
Man geht durch die Straßen in der Hoffnung auf eine befreiende Idee. Doch sie kommt nicht.
A haze of loneliness.
[Ein behördlicher Brief, der mir drohte, meine Existenzgrundlage zu entziehen.]
Was für einen Horror ich durchlebe mit dem Brief, der mich gestern erreichte. Natürlich kann alles noch schlimmer kommen.
Die Liebe wird nicht stärker, wenn jemand stirbt, sie ist eher ungefährlicher.
Nichts kann man so gut lieben wie tote Menschen.
Das längste Wochenende meines Lebens.
Die meisten unterschätzen das Leben. Es ist viel ernster, als ihr glaubt. Und in dieser Ernsthaftigkeit ist keine Zeit für Muße und lofty plans.
Im Schatten zu verglühen war doch, was ich immer wollte.
Wie kann eigentlich eine soziale Tätergruppe entstehen.
Morgen Rechtsberatung. Heute war ich schon viel ruhiger durch diese Zuversicht. Ich bin erschöpft, müde. Habe wenig gegessen die letzten Tage.
So läuft ja mein Leben: dass ich denke, ich würde im Schlaf leben, wie betäubt, über der einzig richtigen Wahrheit hinwegschwebend. Ich kann sie nicht schauen, weil sie eine schmerzhafte Wahrheit ist. Weil sie eine Wahrheit ist, die mein Leben zum Schlechteren ganz entscheidend verändern würde. Und dennoch ist nur ein Leben im Angesicht dieser Wahrheit möglich.
Ein Leben, das eine Kunstkarriere nicht hergibt.
Eine traurige und einsame Vorstellung des Lebens.
Meine Eltern mochten mich nicht. Ich erfuhr durch sie keine Liebe.
Ich liege hier auf dem Boden und heirate die Einsamkeit.
Du hast Recht, ich habe deine Grenzen verletzt.
Die öffentliche Verwaltung verfügt über ihre ganz eigene Gewalt. Dies ist der einzig dafür zulässige Begriff.
Wie können wir den Menschen alles nehmen?
No formal education, and it shows (in a good way).
Ich bin getrieben und gehetzt von einer schäumenden Welle, die die Kapitalzwänge und die öffentliche Verwaltung (ja, wer eigentlich?) hinter mir auftürmen.
Trustfall yourself through life.
Mal vorbeischauen bei dem Fest. Ganz schüchtern sein und hoffen, dass es gut mit wem ist. Ein Körper in Wonne stehend, sich meiner erbarmend.
A singing whale
Aufrichtig gewollte Sommererinnerungen. Von dem, was war, ein Stück Sonnenuntergang aus dem Himmel geschnitten und mit uns vernäht.
Als voller und blutender Körper, der wir, ohne es zu wissen, sind. Und in dessen versteckt gehaltener Liebe wir vergessen, welcher sich als Leben ergießender Strom unsere Zuneigung eigentlich ist.
Das Leben ist ein schlotternder Wille zum Hierseinwollen, zum Nichtvergehen. Er zeigt und figuriert sich als Liebe. Die wir als Potential und Kompass in uns tragen.
Die Welt möchte, dass wir kalt werden und darum vergessen.
Mein wundersames Leben. Wie schlimm, dass ich je nur eine einzige Sekunde damit verschwendet habe, mich zu schelten und nicht daran zu glauben, dass alles genau so sein soll.
Der Erfolg muss groß sein, dass er allen Schmerz verdeckt.
Wenn man weiß, dass viele zuschauen, bekommen die Handlungen etwas Performatives.
Absurd, wenn zwei Körper sich sexuell wollen. Was dann passiert.
Überhaupt, Sexualität als das Schwierigste unseres Lebens. Das Kraftvollste, Zerstörerischste, Verletzendste.
Es wäre schön, gäbe es ein singuläres Narrativ. Doch oft gibt es das nicht.
Es fällt nun auf, dass die philosophischen Schriften, anders als die Literatur, einen Gedanken mitteilen wollen und die Entfaltung und das letztendliche Verstehen des Gedankens das ist, was die Lesenden bei der Stange hält.
The suspense of knowing.
Das akademische Leben oder die Menschen in der Akademie. Viele der mir Begegneten sind auf eine Weise konservativ. Vielleicht sind alle Menschen konservativ, wenn sie langfristig in dieser Welt fortbestehen wollen.
Es war auch schön zu hören, dass viele in dem Bereich Arbeitende kein schillernderes Leben haben, prekär arbeiten, darunter leiden, und dass meine Herangehensweise, einen anderen Job außerhalb meines Schreibens zu haben, eine gute Idee zu sein scheint.
Kein Rückgrat oder nicht ausreichend Farbe in der öffentlichen Äußerung.
Die Menschen verstecken sich. Die Menschen sind allein.
Man muss wohl springen. Von Scholle zu Scholle und von Welt zu Welt.
An unbearable situation.
Muss der Zeit noch Raum geben. Ihrem Wundern und Entfalten.
Selbsttötung ist weniger Thema. Doch manchmal, bei Rückschlägen, auch geldlicher Natur. Es gibt schlaglichtartig die Gedanken: wie soll das weitergehen.
Manchmal ist ernsthaftes Interesse zu erfahren gar nicht so schön.
Wenn ich sage »Angst vor sich selbst«: Das Selbst besteht ja aus den anderen, die einen erschaffen. Was da gebündelt ist, ist eine Gruppe, die einen lieben sollte, aber nicht liebt.
Doing things for social reasons is futile. You won’t be rewarded.
Doing things for economic reasons is okay.
Es gibt nur ein Leben. Das der Arbeit.
Es wird nur gesagt und gedacht, was Hände hervorbringen können.
Wie nennt man das, wenn Abgrund und Normalität dicht beieinander liegen. Pünktlicher Geldeingang oder Miete nicht bezahlen können. Lebenspartner haben oder völlig vereinsamt sein.
Das Bürgerliche hat die Angewohnheit, wortlos für sein Wollen einzutreten: Die Dinge sind angeblich so, man könne sie nicht ändern. Es sei schwierig.
Ein bisschen will ich gar nicht an öffentlichen Orten partizipieren.
I can’t believe, wie gut das ist, was ich schrieb. Sie las es und mochte es nicht.
To all the people that rejected me or showed blatant disinterest.
Es ist schwer auszuhalten, dass die Menschen so verschieden sind.
Man muss ja schon versuchen, gut in etwas zu sein, in dem man gut sein kann.
Ein Moment der Zagheit. Kein Dach spannt sich über mein Meer.
Die Menschen existieren durchs Kapital. Ich (noch) nicht.
Ich bin froh über meinen Körper. Wie meine Pupillen sich verkleinern, meine Muskeln sind, meine Haut, meine Haare, mein Gesicht. Alles einfach. Wie ich mich bewegen kann, wie weit ich laufen kann. Was ich denken kann, wie ich lieben kann.
Liebe als körperliche Eigenschaft. Als Leistung des Körpers.
Gehe durch die Straßen und niemand sieht das Loch. Hier eine Frikadelle, ein paar Kartoffeln. An der Kasse stehen, wie blöd. Über die Straße schnell, es ist rot. Und niemand sieht das Loch.
Jetzt bald die Festanstellung, mach dir keine Sorgen.
Es sind die Geschehnisse der Zeit. Wetterphänomene, politische Prozesse. Migrationsbewegungen der Wirklichkeit.
Schreiben wie ein DJ-Set. In meiner kleinen Wohnung an der Grenze Neuköllns.
I feel violated and disgusted by my job search.