Man kann der Welt und den Dingen, wie beim Kochen, eine Seele zufügen.
War so schön für dich. Du nahmst mich nicht.
Etwas jünger noch, kann man träumen. Wäre ich jetzt 17, würde ich genau das Gleiche machen wie jetzt, ich könnte eine Hochschule ins Auge fassen, von der großen Karriere träumen, und sie, vielleicht, beschreiten.
Doch gerade das Nicht-zur-Schule-Gehen, Nicht-zur-Uni-Gehen, das Fernbleiben der Institutionen (und ja, auch des gesetzten und geschichteten Wissens) ist wesentlich.
Nichts habe ich so ausführlich und genau gelernt, wie in welchem Ausmaß meine Existenz auf dem Vorwerk, auf dem Vorschaffen jener beruht, die dieses Wissen anhäuften und an mich weitergaben. Wie abhängig ich bin vom gesellschaftlichen Zusammenwirken aller Menschen, die mir ein Leben in dieser Welt ermöglichen. Und ganz besonders, wie die Welt aussieht, wenn man von alledem Abstand nimmt, sich distanziert, fortgeht, denkt, man kann es alleine, man mag es anders, ganz anders, neu, und eigen. Oder wenn das Bisherige herrisch sei, vernichtend und nazistisch – wie es ist, wenn die Menschen, die mich mit ihrem akkumulierten Genpool, ihren Fähigkeiten und Seinsweisen erschufen, genau das nicht taten: dass das Erlernte meiner Eltern ihrerseits so schmerzlich verletzend partiell war, dass in ihren Existenzen ozeanweite Löcher klafften, die ein Leben, jenseits der Arbeit und provinzieller Gepflogenheiten, ungebahnt ließen.
Was ist es, wenn wir so angewiesen sind auf die Welt um uns, und wir zu ihr feindlich stehen, sie uns schändet, oder wir uns aus Trotz oder Verletzung ihr nicht zuwenden können?
Es gab für mich keine Inseln, oder es gab sie, und sie vergingen wieder. Inseln der Philosophie, der Künste, von Bereichen, die ein Leben versprachen. Menschen, deren Worte auf Löffeln meinen Mund fanden. Die für mich da waren und für mich da blieben. Es gab sie, schlaglichthaft, wie die Welt, unbeständig, oder das Wetter, eben ist.
Ich rieche wie ein italienisches Hotel.